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Bildung : kooperativ, inklusiv, effektiv #2

Kongress „Bildung : kooperativ, inklusiv, effektiv“ (18.-20. November 2016, Münster)

„Regelschulsystem ist für mich ein Reizwort.“ So drastisch formuliert Reinhard Stähling, Schulleiter der PRIMUS Schule Berg Fidel seine Abneigung gegen ein gegliedertes Schulsystem, in dem es danach geht: „Wer gehört wohin und wer ist in welcher Schule richtig? Und ich stelle mir eigentlich eine Schule vor, die grundsätzlich zu jedem Kind, das in der Nähe der Schule wohnt sagt: „Du gehörst zu uns.“

Im Laufe des Kongresses wird deutlich, dass das deutsche Schulsystem deutlich über dem Verfallsdatum ist. Dazu Peter Blomert, Schulleiter der Gesamtschule Espenstraße in Mönchengladbach, in seiner Keynote: „Unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist es, die Schüler für die Zukunft zu erziehen. Das Problem dabei ist, wir haben nicht den blassesten Dunst, was die Zukunft bringt. In den letzten 30 Jahren hat es so viele Veränderungen gegeben in der Welt, wie nie zuvor. Und das einzige, was wir über die Zukunft wissen ist, dass höchstwahrscheinlich die nächsten 30 Jahre noch mehr Veränderungen bringen werden. Unsere Schüler werden, das ist Norm nicht müde geworden zu erzählen, werden Berufe ergreifen, von denen mehr als die Hälfte heute noch gar nicht existieren. Und sie werden diese Berufe im Laufe ihres Lebens wechseln, drei, vier Mal. Und zwar nicht nur in den Positionen innerhalb eines Berufszweiges, sondern gänzlich unterschiedliche. Und damit meine ich nicht den Philosophielehrer, der Taxi fährt. Sondern tatsächlich ernsthaft angenommene Berufe.“

Die Schule der Zukunft könnte eine des Kooperativen Lernen sein. Der Bildungsjournalist Reinhard Kahl sieht dafür sogar Verbündete in der Wirtschaft: „Wir kommen in diesen Debatten nicht weiter, wenn wir nicht auch vom Kapitalismus reden. Den Kapitalismus kennzeichnet schon länger, dass die sogenannten Personalleute in den Unternehmen intelligente Mitarbeiter wollen – und das ist nicht nur ein Spruch. Und die Marketingleute wollen idiotische Konsumenten.“

Der Kongress hat viele schöne symbolische Geschichten erzählt. Der bereits zitierte Peter Blomert, der sich 2002 mit dem Kooperativen Lernen auf den Weg gemacht hat, schildert eine davon: „John Lennon hat gesagt, dass als er fünf war, seine Mutter ihm immer wieder erzählt hat, dass der Schlüssel zu einem befriedigenden Leben schlichtweg ‚Glücklich Sein‘ wäre. Und dann wurde er in der Schule gefragt irgendwann: ‚Was möchtest Du im Leben werden?‘ und als typischer Schüler hat er die Antwort kurzgefasst und hat hingeschrieben ‚Happy.‘. Daraufhin hat seine Lehrerin ihm gesagt, er hätte die Aufgabe nicht richtig verstanden. Daraufhin soll John Lennon seiner Lehrerin gesagt haben, sie hätte das Leben nicht richtig verstanden.“

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